Still ruht der See - Bergische Symphoniker und Musik- und Kunstschule -

Still ruht der See - Bergische Symphoniker und Musik- und Kunstschule - 28.02.2011

 

Seit nunmehr vier Wochen liegen die Gutachten zu den Bergischen Symphonikern und seit acht Wochen zur Musik- und Kunstschule (MKS) vor. Zuerst gab es nur Geheimniskrämerei von Verwaltung und Politik, dann eine kurze, hitzige Debatte und jetzt herrscht seit einigen Wochen Grabesstille.

Bergische Symphoniker

W.i.R. können unsere Anträge, Anfragen und Aktionen in den letzen Jahren zu den Bergischen Symphonikern, mit dem Ziel die jährlichen Zuschüsse auf ein vertretbares Maß zurückzuführen, schon gar nicht mehr zählen

Lesen Sie hier was inzwischen passiert ist: Bergische Symphoniker kompakt

Es hat alles nichts genutzt. Alles wurde einfach ausgesessen. Kein Politiker wollte sich mit der Kulturlobby anlegen. Jetzt liegt das Actori-Gutachten vor, mit der nüchternen Feststellung:

Wenn jetzt nichts passiert, fällt der Vorhang.

Das führt leider immer noch nicht dazu, dass sich die Politik wirklich bewegt. Es wurde zwar verkündet, dass bis zu den Sommerferien eine Entscheidung fallen soll, trotzdem wird an dem Problem nicht gearbeitet.

Der Gutachter Actori schlägt zur langfristigen Reduzierung der städtischen Zuschüsse als einzigen Lösungsweg eine Fusion der Orchester von Remscheid / Solingen und Wuppertal vor.

Auf den ersten Blick überlegenswert. Wenn nicht allen Ernstes vorgeschlagen würde, den Bergischen Symphonikern erst einmal eine satte Gehaltserhöhung von 25% bis 40% zukommen zu lassen. Hintergrund: Anpassung an das Gehaltsniveau des A-Klasse Orchesters in Wuppertal.

Das hat zur Folge, dass die Fusion für die Stadt Remscheid in den ersten Jahren deutlich teurer wird als die Bergischen Symphoniker zur Zeit kosten. Danach sollen Schritt für Schritt Einsparungen möglich werden. Aber nur, wenn der geplante Personalabbau nach Plan verläuft.

Jetzt fragen W.i.R. Sie, sehr geehrte Leser: Würden Sie freiwillig kündigen, wenn Sie erst in den Genuss einer Gehaltserhöhung von bis zu 40 % gekommen sind? Da werden die Stellen bei anderen Orchestern doch sehr dünn.

Ein Vorschlag, der aus unserer Sicht mehr als abenteuerlich ist, aber bei der Kulturlobby sicherlich Zustimmung findet..

Lesen Sie hier das Gutachten in der Kurzform (2MB)

W.i.R. wollen umsetzbare Alternativen für unsere Entscheidungsfindung haben. Aus diesem Grund haben W.i.R eine Anfrage im Haupt- und Finanzausschuss gestellt.

Lesen Sie hier unser Positionspapier zu den Symphonikern.

Lesen Sie unseren Klartext zu den Symphonikern: Noch ist Zeit und Das Bergische Bürgerorchester

Musik- und Kunstschule (MKS)

Für die Wählergemeinschaft ist die MKS eine der wichtigsten Sozial- und Bildungseinrichtungen für die Remscheider Kinder und Jugendlichen. Sie dient nicht nur der künstlerischen und musikalischen Ausbildung, sie ist gleichzeitig ein Jugendtreff mit hoher sozialer Bindung und Kompetenz.

Auch hier ist in den letzten acht Wochen nichts passiert. Nichts? Entschuldigung, es gab ein Treffen der Fraktionsvorsitzenden, des Gutachters und der Kulturverwaltung mit der ernüchternden Feststellung:

Die Verwaltung benötigt ein Jahr um die finanz-, steuer- und personalrechtlichen Konsequenzen für eine Ausgliederung zu klären. Ein ganzes Jahr. Trotz unseres Hinweises, dass die Remscheider MKS in Deutschland nicht die erste ist, die ausgegliedert werden soll, blieb es bei dem Jahr.

Unseren „politischen Freunden“, so unser Eindruck, war das sehr recht.

Eine Entscheidung wurde aber sofort getroffen. Der völlig unrealistische Sparbeschluss, die städtischen Zuschüsse um 60% zu reduzieren soll nicht auf einen realistischen Wert angepasst werden. Das bedeutet die Schüler und Lehrer ein Jahr lang in Unsicherheit zu lassen und dies ist unverantwortlich.

Zumal der Gutachter eine Fülle von Sofortmaßnahmen vorgeschlagen hat.

Lesen Sie  das MKS Gutachten hier.

Insbesondere die engagierten Jugendlichen haben es verdient, dass sie ernst genommen werden und alles getan wird, dass IHRE Musik- und Kunstschule erhalten bleibt. W.i.R. erinnern uns immer noch gerne an deren sachliches und kompetentes Auftreten in den „Sparforen“ der Oberbürgermeisterin im letzten Jahr.

Um die zielgerichteten Arbeiten zur Rettung der MKS anzustoßen, haben W.i.R. einen Antrag für den Rat am 24.03.2011 eingebracht.

Lesen Sie unser Positionspapier zur MKS

Lesen Sie hier, was schon passiert ist: Jugend ist sauer

Sehr interessante Ansätze zum Thema gibt es in Trier, hier wurde die Musik- und Kunstschule, die Bibliothek und die Volkshochschule zu einem Bildungs- und Medienzentrum zusammengelegt.      Lesen Sie hier...





Kommentare

Unsere Anfrage wurde in

Unsere Anfrage wurde in den Haupt- und Finanzausschuss am 10.03.2011 eingebracht. Von unseren "politischen Freunden" gab es keinerlei Kommentar. W.i.R. sind auf die Antworten gespannt .

Die Verwaltung hat eine

Die Verwaltung hat eine Mitteilungsvorlage zum Stand der Orchesterfusion vorgelegt. Geklärt ist nach einem halben Jahr nichts. Unsere Anfrage vom  28.02.2011 wurde erst gar nicht beantwortet. Also haben W.i.R. (mal wieder) nachgefragt.

Aktuell hat die

Aktuell hat die Bezirksregierung Düsseldorf in einem Mail an Kulturdezernent Henkelmann noch einmal klar und deutlich Stellung bezogen.

Die Verwaltung arbeitet dran.

Die Verwaltung arbeitet dran. Vorschläge gibt es erst im Dezember 2011. Heute gab es im Kulturausschuss erstmal einen Zwischenbericht.