Bahnhof Lennep: Parken ist Glückssache

Bahnhof Lennep: Parken ist Glückssache
RGA - Remscheider General-Anzeiger vom 13.10.2017

Die Stadt soll neue P&R-Plätze schaffen – aber nicht auf Kosten der Brauchtumsvereine.

Anno 2007 war es, da bescherte der Energieversorger RWE den Berufspendlern am Bahnhof in Lennep 20 zusätzliche Parkplätze. Gelegen in der Straße Am Johannisberg, sollten sie den Parkdruck mildern. Wirklich entspannt haben sie die morgendliche Parkplatzsuche nicht. Denn spätestens um 9 Uhr sind alle Plätze belegt, und die Autofahrer, die jetzt noch parken wollen, um den nächsten Zug zu erreiche, drehen genervt ihre Runden.

Vorweg: In Lennep wird sich daran auch weiterhin nichts ändern. In Güldenwerth und Lüttringhausen vielleicht schon.

Denn, wie berichtet: SPD, Grüne, FDP und WiR haben einen gemeinsamen Antrag an die Stadt Remscheid formuliert. Sie möge prüfen, ob an den drei Bahnhöfen, an denen sich an jedem Morgen die gleichen Szenen ereignen, nicht auf ebener Fläche weitere P&R-Plätze eingerichtet werden beziehungsweise die vorhandenen Parkplätze mit einem Parkdeck überbaut werden könnten.

In den den anderen Stadtteilen reagierten die Politiker mit Zustimmung. In Lennep nicht.

„Die Fraktionen und Gruppen im Stadtrat, die den Antrag stellen, sind sich hoffentlich darüber bewusst, dass der zur Verfügung stehende öffentliche Raum für die Brauchtumsveranstaltungen reserviert ist“, erklärt Lennep-Bürgermeister Markus Kötter auf Nachfrage des RGA. Mit anderen Worten: „Es gibt keinen zusätzlichen Parkraum in Lennep. Das ist leider so.“

Denn auch die Flächen, die im neuen Gewerbegebiet am Lenneper Bahnhof noch unbebaut sind, sollen einem anderen Zweck dienen. So lange die sogenannten Erdbeerfelder an der Borner Straße und das Gleisdreieck in Bergisch Born nicht als Gewerbeflächen ausgewiesen sind und sich in Politik und Verwaltung an die Blume in Lüttringhausen niemand mehr herantraut, sind Flächen für Unternehmensansiedlungen in Remscheid Mangelware. Die wenigen, die die Stadt hat, sollen deshalb für die Firmen vorgehalten werden. Nicht für neue Pendlerparkplätze und auch nicht für eine Festhalle, die der Verkehrs- und Förderverein so gerne dort sähe.

CDU fordert Kontrollen an den Bahnhöfen

Die CDU-Ratsfraktion, die den gemeinsamen Antrag für neue P&R-Plätze nicht mitunterzeichnet hat, fragt nun nach einer besseren Kontrolle der an den Bahnhöfen vorhandenen Parkflächen: „Kann die Stadt überprüfen, dass die vorhandenen P&R- sowie B&R-Parkplätze zweckgebunden genutzt werden – also nur von Bus- und Bahnfahrern?“ Die Antwort ist freilich abzusehen: Die städtischen Ordnungshüter kommen mangels Personal schon heute ihren Aufgaben nur noch bedingt nach.

Autor: Axel Richter