Weihnachtsgeschenk: Goldener Handschlag für Herrn Jäckle?

Weihnachtsgeschenk: Goldener Handschlag für Herrn Jäckle? 20.12.2011

Am Anfang sah alles so aus, als wäre der Wirtschaftsplan der Evangelischen Jugendhilfe Bergisch Land gGmbH (EJBL) ohne jegliche Brisanz. Bis W.i.R. über den unverfänglich formulierten Beschlusspunkt 2 stolperten.

2. Rücktritt vom Amt des Geschäftsführers Herrn Jäckle
Die Gesellschafterversammlung nimmt das Schreiben von Herrn Jäckle zur Kenntnis und entlässt ihn auf eigenen Wunsch mit Ablauf des Kalenderjahres 2011 aus seinem Amt als Geschäftsführer der Ev. Jugendhilfe Bergisch Land gGmbH.
Ab 1. Januar nimmt Herr Jäckle folgende Aufgaben wahr:

  • Beratung der Geschäftsführerin
  • Ausarbeitung eines Fundraising-Konzeptes für die EJBL
  • Erstellung einer Chronik der Einrichtung

Er wird der Dienst- und Fachaufsicht der Vorsitzenden der Gesellschafterversammlung unterstellt. Die bisherige Funktionszulage in Höhe von monatlich 333,00 € entfällt ab dem 01.01.2012.

Auf unsere Nachfrage im Haupt- und Finanzausschuss am 01.12.2011, was sich denn dahinter verberge und ob Herr Jäckle ab 2012 für „Gotteslohn“ arbeitet, lautete die Antwort: "Sehen Sie doch, seine Funktionszulage entfällt." Auf die nächste Nachfrage, ob er weiterhin sein Geschäftsführergehalt bekommt, lautete die Antwort: "Nein natürlich nicht, er ist doch nicht mehr Geschäftsführer." Nach weiterem Nachfragen und einigem Hin und Her lautete die Aussage: "Ja, er bekommt weiter das Gehalt eines Geschäftsführers nur es hat einen anderen Namen, da er ja ab 2012 den Gesellschaftern unterstellt ist."

Im Klartext, da wurde so mal eben eine zusätzliche 100.000 Euro Stelle für ganz, ganz wichtige Aufgaben in einer gemeinnützigen, sozialen Einrichtung installiert. Alles das wurde teilnahmslos und ohne jegliche Emotionen von unseren „politischen Freunden“ von CDU, SPD, Grüne, FDP und Linke zur Kenntnis genommen und beschlossen.

Hier haben offensichtlich die „Netzwerke“ zum Vorteil von Herrn Jäckle und zum Nachteil der EjBL bestens funktioniert.

Dazu muss man wissen, dass es schon seit 2 Jahren eine Doppelspitze bei der EJBL gab.

Zitat
"Frau Silke Gaube war in der Phase des Übergangs vom 01.01.2010 bis zum 31.12.2011 bereits gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Geschäftsführung Herrn Jäckle zur Geschäftsführung bestellt. Laut dem Vorsitzenden der Geschäftsführung erledigte Frau Gaube in dieser Zeit alle ihr übertragenen Aufgaben mit großer fachlicher Kompetenz und stets zur vollsten Zufriedenheit des Vorsitzenden der Geschäftsführung“

W.i.R. können nicht erkennen, warum Herr Jäckle für teures Geld jetzt ein drittes Jahr Frau Gaube beraten soll bzw. muss.

Die zweite Aufgabe, das Einwerben von Spenden ist aufgrund der in den letzten Jahren eingeworbenen Summen, nicht mit der Schaffung einer 100.000 Euro-Stelle zu vertreten. Sicher wird sich so mancher potenzielle Sponser die Frage stellen, ob zumindest die ersten 100.000 Euro des Spendenaufkommens sinnvoll für das Gehalt von Herrn Jäckle angelegt sind.

Die dritte Aufgabe, das Erstellen einer Chronik wäre selbst mit einem 400 Euro-Job überbezahlt.

Nun haben die Bergische Morgenpost und der Waterbölles dieses Thema aufgegriffen. Unter den Kommentaren im Waterbölles können Sie dazu einen interessanten Beitrag von Herr Ralf Krüger, langjähriger leitender Mitarbeiter im Sozialdezernat der Stadt Remscheid, lesen. Er führt aus, dass die kleinen Erhöhungen (aufgrund der Weiterbeschäftigung von Herrn Jäckle) für die Kostenträger (hauptsächlich die Stadt Remscheid) 41.499, 04 Euro bedeuten. Bei Verzicht auf eine Weiterbeschäftigung könnte man gut zwei Jahre auf eine Erhöhung verzichten.

Spätestens hier ist unser Sozialdezernent Herr Burkhard Mast-Weisz gefordert, die Interessen der Stadt zu schützen. Leider ist ihm offensichtlich die Pflege „seiner“ Netzwerke wichtiger.

Der Beitrag von Herrn Krüger hat bei der EJBL zu einer Stellungnahme geführt, wobei die Gesellschaft mit rechtlichen Schritten droht. Die Stellungnahme der EJBL hat nun wiederum die W.i.R. auf den Plan gerufen. Hier unsere Stellungnahme:

Jeder hat das Recht zu Berichterstattungen in der Presse Stellung zu nehmen. Aber, eine Stellungnahme sollte für Klarheit und Transparenz führen. Das wurde aus unserer Sicht mit Ihren Ausführungen nicht erreicht, nein noch schlimmer die Zusammenhänge werden immer unklarer. Weiter lesen 

Sicher wird uns das Thema noch weiter beschäftigen. W.i.R. halten Sie auf dem Laufenden.