Hände weg vom Lenneper Röntgenstadion: Aktionsbündnis Lenneper und Lüttringhauser Vereine kündigt Widerstand an

Hände weg vom Lenneper Röntgenstadion: Aktionsbündnis Lenneper und Lüttringhauser Vereine kündigt Widerstand an
LA - Lüttringhauser Anzeiger vom 01.06.2011

Aus Anlass der von der Stadt Remscheid geplanten und mittlerweile vollzogenen Schließung des Lüttringhauser Bürgerbüros schlossen sich im vergangenen Jahr erstmals Lenneper und Lüttringhauser Vereine zu einem Aktionsbündnis gegen die Planungen der Stadt zusammen. Dabei wurde vereinbart, diese Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung auch in der Zukunft zu praktizieren, wenn es sich von der Thematik her anbietet.

Die Überlegungen der Stadt Remscheid, das Lenneper Röntgenstadion an eine Baumarktkette zu verkaufen, um dort die Ansiedlung eines großen Baumarktes möglich zu machen, ist nunmehr aktuell ein weiterer Fall, bei dem Lenneper und Lüttringhauser Vereine sich gegen diese aus ihrer Sicht absolut unsinnigen Überlegungen gemeinsam zu Wehr setzen wollen.

Hierzu wurde in diesen Tagen das Aktionsbündnis „Pro Röntgenstadion“ gegründet, dem gegenwärtig folgende Vereine/Institutionen angehören:
Verkehrs- und Förderverein Lennep,
Heimatbund Lüttringhausen,
Lennep Offensiv,
Altstadtfreunde Lennep,
Marketingrat Lüttringhausen,
Stadtsportbund Remscheid,
VfL 07 Lennep,
FC Remscheid,
Lenneper Karnevalsgesellschaft,
Wählergemeinschaft in Remscheid,
Lenneper Schützenverein von 1805,
Lenneper Turngemeinde.

Stadionverkauf als Beitrag zur Haushaltssanierung
Die Überlegungen, das in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts von der damaligen Stadt Lennep gebaute und im Rahmen des Aufstiegs des BV 08 Lüttringhausen in die 2. Fußballbundesliga im Jahre 1982 mit einem Fassungsvermögen von 15.000 Zuschauern umgebaute Stadion an eine Baumarktkette zu verkaufen, tauchen erstmals in dem Maßnahmenkatalog der Stadt Remscheid zum Schuldenabbau der Stadt auf.

Der Verkaufserlös des Grundstücks sollte danach der Sanierung des Haushalts dienen. Im Rahmen der schnell aufkommenden Proteste gegen diese Überlegungen wurde dann zugesagt, als Ersatz eine neue Sportstätte zu bauen. Wo diese entstehen könnte, wie sie finanziert wird und ob hierzu überhaupt eine Genehmigung durch die Aufsichtsbehörde erfolgt, ist bis heute unbeantwortet geblieben. Die ursprüngliche Absicht, den Verkaufserlös für den Schuldenabbau einzusetzen, wäre jedenfalls nicht mehr zu realisieren, wenn als Ersatz für das Röntgenstadion an anderer Stelle ein Neubau erfolgen sollte, der 10 bis 12 Mio. Euro kosten würde.

Aktionen für Erhalt des Stadions vereinbart
In einem Pressegespräch erläuterten am vergangenen Freitag die Vertreter der Vereine ihre Argumente gegen die Verkaufsüberlegungen von Remscheids größter Sportstätte und stellten gleichzeitig geplante Aktionen der Initiative „Pro Röntgenstadion“ vor.

Dabei übte Reinhard Ulbrich, Vorsitzender des Stadtsportbundes, scharfe Kritik an den Überlegungen der Remscheider Kommunalpolitik und der Remscheider Stadtplanung. Die Stadt mache sich in ganz Deutschland lächerlich, wenn sie eine für den Schul- und Vereinssport voll funktionsfähige und unverzichtbare große Sportanlage für die Ansiedlung eines Baumarktes verkaufe.

Klaus Kreutzer, Vorsitzender des Lenneper Verkehrs- und Fördervereins, stellte fest, dass man nichts gegen die Ansiedlung eines Baumarktes in Lennep einzuwenden habe, dass aber alternative Standorte bisher durch die Stadt nicht ernsthaft untersucht worden seien. Dieter Maar, Präsident des FC Remscheid, erinnerte an die großartigen sportlichen Ereignisse im Lenneper Stadion und führte aus, dass Großveranstaltungen, wie zum Beispiel vor einigen Tagen das Fußballspiel gegen Bayer Leverkusen, dann nicht mehr möglich seien.

Mit einer Plakataktion „Hände weg vom Röntgenstadion“, Protestaktionen in den Sitzungen des Rates und der Bezirksvertretung, Diskussionsveranstaltungen und notfalls auch einem Bürgerbegehren soll den Überlegungen der Stadt gemeinsam entgegengetreten werden. „Was die Bürger in Stuttgart können, können wir schon lange“, so ein kämpferisch eingestellter Reinhard Ulbrich.

Autor: Peter Maar

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